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BENEFITS & EMPLOYER BRANDING: MIT DEN RICHTIGEN REZEPTEN GEGEN FACHKRÄFTEMANGEL

BENEFITS & EMPLOYER BRANDING: MIT DEN RICHTIGEN REZEPTEN GEGEN FACHKRÄFTEMANGEL

  • Lurse Studie: Beschäftigte wünschen sich vor allem Benefits im Bereich flexibler Arbeitszeitmodelle, Mobilität und Absicherung
  • Ausgewogener Mix aus Zusatzleistungen steigert Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber

Deutschlands Wirtschaft leidet unter dem sich verschärfenden Fachkräftemangel. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, setzen Unternehmen verstärkt auf einen Mix aus unterschiedlichen Benefits. Er soll helfen, fähige Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu binden. Die wirksamsten Zutaten dieser Rezeptur sind in den Bereichen Urlaub/Arbeitszeit sowie Mobilität zu finden. Aber auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) wird von vielen Beschäftigten als attraktiv empfunden. Das und mehr geht aus der aktuellen Lurse Studie „Benefits & Employer Branding“ hervor.

Für ihre kürzlich vorgelegte Studie hat die Unternehmensberatung Lurse im Sommer vergangenen Jahres Personalverantwortliche deutscher Unternehmen jeder Größenordnung befragt – vom DAX-Konzern bis zum kleinen mittelständischen Unternehmen. Es stellte sich heraus, dass fast alle teilnehmenden Firmen aktuell an der Ausgestaltung ihrer Zusatzleistungen arbeiten. Sie haben erkannt, dass ein attraktives, bedürfnisgerechtes Benefitportfolio ein zentrales Element von Arbeitgeberattraktivität ist und damit essenziell, um Beschäftigte zu gewinnen, zu halten und zu motivieren. Mehr als die Hälfte stützt sich dabei auf Rückmeldungen aus der Belegschaft selbst. Deren Bedürfnisse haben sich in den letzten Jahren verändert und sind vielfältiger geworden.

Auswahl ist gefragt

„Um einen möglichst großen Teil der Belegschaft anzusprechen, ist es sinnvoll, ein ausgewogenes Portfolio mit unterschiedlichen Benefits zu schaffen. Dies erfordert in der Praxis oft  eine Erweiterung des bestehenden Benefitangebots Philipp Dienstbühl, Manager bei Lurse. „Dabei ist es wichtig, dass die Benefits im Sinne der Zielsetzungen des Unternehmens, der HR- und Vergütungsstrategie und unter Berücksichtigung der Belegschaftsstruktur bzw. einzelner Zielgruppen wirken“.

Das Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu kommt in seiner Gehaltszufriedenheitsstudie aus dem letzten Jahr zu dem Schluss, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Anzahl der Benefits und der Gehaltszufriedenheit der Beschäftigten besteht: Je mehr Benefits ein Unternehmen zur Verfügung stelle, desto zufriedener seien die Mitarbeitenden wahrscheinlich mit ihrem Gehalt (vgl. Kununu Gehaltsstudie 2022: Gehaltszufriedenheit).

Um ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten, hat die Lurse Studie die Top-Benefits erhoben – sowohl aus der Perspektive der Mitarbeitenden als auch der Bewerber:innen. Dafür wurden Daten zu den am häufigsten nachgefragten Zusatzleistungen erhoben und in thematisch verwandten Clustern zusammengefasst.

Was sind die attraktivsten Benefits?

Aus der Perspektive der Mitarbeitenden hat sich dabei das Cluster „Urlaub/Arbeitszeitmodelle“ als klarer Favorit erwiesen. Innerhalb dieses Bereichs wiederum wurde das Angebot, im Homeoffice oder mobil zu arbeiten mit fast zwei Drittel aller Einzelantworten am häufigsten genannt. Insgesamt, über alle Cluster hinweg, ist dies ebenfalls der beliebteste Benefit. „Seit 2020 haben neun von zehn Unternehmen ihre entsprechenden Regelungen überarbeitet oder sind gerade dabei“, erklärt Philipp Dienstbühl. „Dass Deutschlands Arbeitgeber in dieser Hinsicht sehr viel flexibler geworden sind als vor der Corona-Pandemie, ist eine der positiven Folgen der Krise. Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts wesentliches mehr ändern.“

An zweiter Stelle der am häufigsten von Mitarbeitenden nachgefragten Benefits stehen Vergünstigungen wie kostenfreie Getränke, Essenszuschüsse etc. Dahinter, auf dem Dritten Platz der Beliebtheitsskala, folgen Mobilitätsangebote. Den Spitzenplatz innerhalb dieses Clusters nimmt mit der Hälfte der Nennungen das Bike-Leasing ein. „Das heißt aber nicht zwingend, dass Fahrräder nun beliebter sind als Firmenwagen oder Jobtickets“, erläutert Philipp Dienstbühl. „Das Bike-Leasing wurde zwar häufiger als einer der Top 5-Benefits genannt, aber in vielen Unternehmen hat ohnehin nur ein kleiner Teil der Belegschaft Anspruch auf einen Dienstwagen.“

Auf Platz Nr. 4 der gefragtesten Benefits stehen solche aus dem Cluster „Absicherung“. Unter ihnen ist die betriebliche Altersversorgung mit 8 von 10 Nennungen bei weitem am beliebtesten. Knapp jedes zweite Unternehmen nannte die bAV als einen ihrer fünf Top-Benefits für die Belegschaft. Damit nimmt sie im Gesamt-Ranking die zweite Stelle ein, gleich nach dem Angebot, im Homeoffice oder mobil zu arbeiten. „Allerdings sind die Meinungen über die bAV sehr geteilt“, sagt Philipp Dienstbühl. „Fragt man nämlich die Beschäftigten nach Benefits, die als weniger attraktiv angesehen werden als früher, steht die bAV ebenfalls weit vorne.“

Die Erwartungen von Bewerber:innen in puncto Benefits unterscheiden sich nur unwesentlich von denen der bestehenden Belegschaften. Vergünstigungen werden von ihnen weniger nachgefragt, ansonsten bleibt das Ranking gleich. Unternehmen, die Benefits als Rekrutierungsinstrumente nutzen wollen, tun also gut daran, auf eine Rezeptur aus attraktiven Urlaubs- und Arbeitszeitmodellen, Mobilitätsangeboten und der bAV zu setzen.

Benefits sind ein absolutes Muss

Sowohl die Kununu- als auch die Lurse Studie zeigen: Benefits tragen erheblich zur Gehaltszufriedenheit der Beschäftigten bei und werden von Bewerber:innen aktiv nachgefragt. „Speziell Themen wie mobiles Arbeiten und Homeoffice, die klassischerweise gar nicht als Benefits aufgefasst worden sind, haben eine immense Bedeutung für die Wahrnehmung von Unternehmen als attraktive Arbeitgeber gewonnen“, erklärt Philipp Dienstbühl. „Die Erwartungen, die Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen in dieser Hinsicht an Unternehmen richten, sind schon vor Corona stetig angestiegen – und dieser Trend hat sich infolge der Pandemie noch weiter verstärkt.“

Auch wenn Benefits häufig mit administrativem Aufwand und Kosten einhergehen, spricht vieles für eine Ausweitung des entsprechenden Portfolios. „Das sollte aber nicht pauschal und beliebig geschehen“, so Philipp Dienstbühl. „Ganzheitliche, strategische Konzepte sind wichtiger denn je. Es gilt, das eigene Benefitangebot zu analysieren und es auf die Ziele des Unternehmens sowie auf die Struktur und die Wünsche der bestehenden und anvisierten Belegschaft abzustimmen.“

Fazit: Ein durchdachtes Benefitportfolio ist ein absolutes Muss für jedes Unternehmen, das auch in Zukunft erfolgreich bleiben und im Wettbewerb um Arbeitskräfte die Nase vorn haben will.